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Multiresistente Erreger – Herausforderung in der Wundversorgung

Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die Resistenzen gegenüber wichtigen Antibiotika entwickelt haben. Zu den bekanntesten Vertretern zählen MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) sowie die Gruppe der multiresistenten gramnegativen Erreger (MRGN).

Gerade in chronischen Wunden spielen zudem Keime wie Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii sowie Vertreter der Darmflora wie Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae eine wichtige Rolle. Pseudomonas aeruginosa fällt dabei häufig durch grünliches Exsudat und einen charakteristischen Geruch auf, während Acinetobacter baumannii typischerweise im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalten auftritt.

Warum sind multiresistente Erreger problematisch?

Das zentrale Problem multiresistenter Erreger liegt weniger in ihrer Aggressivität als vielmehr in der eingeschränkten Behandelbarkeit und ihrer Organisation in Biofilmen. Viele Standardantibiotika sind unwirksam, sodass häufig auf sogenannte Reserveantibiotika zurückgegriffen werden muss. Dies kann die Therapie deutlich erschweren und verlängern.

Therapieansätze – mehr als nur Antibiotika

Die Behandlung multiresistenter Erreger erfordert ein durchdachtes Vorgehen. Neben einer gezielten antibiotischen Therapie – sofern überhaupt indiziert – spielt insbesondere die lokale Behandlung der Wunde eine zentrale Rolle, um die Bakterien innerhalb ihrer schützenden Biofilmmatrix zu erreichen.Ziel ist es, die Bakterienlast im Wundbett zu senken und Beläge, nekrotisches Gewebe und bakterielle Strukturen zu entfernen. Durch regelmäßige Débridement-Maßnahmen werden die Voraussetzungen für eine Heilung verbessert.

Medizinische Larven als unterstützender Therapieansatz

Ein bewährtes Verfahren in diesem Kontext ist die biochirurgische Therapie mit medizinischen Larven (Lucilia sericata). Die Larven tragen auf mehreren Ebenen zur Wundreinigung und Infektionskontrolle bei.

Zum einen entfernen sie selektiv nekrotisches Gewebe und Beläge, auch in schwer zugänglichen Bereichen. Zum anderen geben sie Sekrete ab, die eine nachgewiesene antibakterielle Wirkung besitzen – auch gegenüber multiresistenten Erregern (Sherman, 2014). Darüber hinaus können diese Sekrete Biofilmstrukturen aufbrechen, wodurch die darin eingebetteten Bakterien wieder zugänglicher für therapeutische Maßnahmen werden. Gleichzeitig tragen die Larven dazu bei, das Wundmilieu zu verbessern und die Heilung zu fördern.

Fazit: Multiresistente Erreger stellen die Wundversorgung vor zunehmende Herausforderungen. Umso wichtiger ist ein Therapieansatz, der über den reinen Einsatz von Antibiotika hinausgeht. Verfahren wie die Larventherapie können hierbei eine wertvolle Ergänzung darstellen.

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