In diesem Fallbeispiel verletzt sich ein 84-Jähriger am Pedal eines Fahrrades. Drei Monate nach dem Unfall hat sich die Verletzung zu einem chronischen, infizierten Ulcus cruris entwickelt. Diagnostisch zeigen sich keine höhergradigen Stenosen, keine Abgangsstenosen sowie keine Crossen- und Stammveneninsuffizienzen. Auffällig sind insuffiziente Perforansvenen direkt proximal und distal rechts. Es besteht keine Klappeninsuffizienz.

Vor der Larventherapie (Bild 1)
Das Ulcus ist 5 x 3 cm groß, fibrinbelegt mit mäßiger Exsudation und weist einen floriden Infekt der Wundumgebung auf. Im Wundabstrich finden sich mäßig Acinebacter, also äußerst widerstandsfähige gramnegative Bakterien, die gegen fast alle vorhandenen Antibiotika resistent sind. Außerdem ergibt die Analyse reichliches Vorhandensein grampositiver Kokken, jedoch nicht vom multiresistenten Typ. Nach mechanischem Débridement und antiseptischer Spülung der Wunde erfolgt die Applikation von rund 200 medizinischen Larven.
Während der Behandlung (Bild 2)
Bereits nach wenigen Behandlungstagen ist die Wunde fast frei von Belägen und zeigt deutliche Granulation. Es folgt ein täglicher Verbandswechsel zum Exsudatmanagement.
Nach der Larventherapie (Bild 3)
Das Ulcus weist ein sauberes, granulierendes und gut durchblutetes Wundbett auf. Das Débridement mit der Larventherapie erwies sich als effektiv und zeitsparend. Die Akzeptanz seitens des Patienten war sehr hoch. Dieser berichtete lediglich über ein leichtes Kribbeln.
Diese und weitere Fallbeispiele finden Sie jeweils als PDF zum Download unter Evidenzen & Fallbeispiele (https://biomonde.com/de/evidenzen/).